Janine Berg-Peer/ September 24, 2013/ Alle Artikel, Angehörige/ 3Kommentare

red-chairs-160-120Talkshow am 29.9.2013 um 11:00:  Entmündigt? – Wer nicht passt, wird weggesperrt?“

Am nächsten Sonntag, den 29.09.2013,  wird um 11:00 in West.Art Talk über das Thema Zwangseinweisungen, aber auch über die Psychiatrie überhaupt diskutiert. Anwesend sein werden:

Prof. Manfred Lütz, Psychiater und Autor von „Irre – wir behandeln die Falschen“

Detlef Vetten, Sportjournalist und Autor von „50 Tage lebenslänglich“

Ein Vormundschaftsrichter und ein Anwalt

Janine Berg-Peer, Angehörige und Autorin von „Schizophrenie ist scheiße, Mama! – Vom Leben mit meiner psychisch erkrankten Tochter“

Talkshow am 29.9.2013 um 11:00:  Entmündigt? – Wer nicht passt, wird weggesperrt?“schizo-scheiße-160-120

Ich freue mich, dass ich an dieser Talkshow teilnehmen kann, denn es ist unendlich wichtig, dass auch die Sicht der Angehörigen vertreten wir, die – manchmal – eben eine etwas andere ist. Oder eine etwas andere sein muss, denn wir erleben unsere erkrankten Familienmitglieder oder freund/innen aus einer ganz anderen Perspektive. Ich würde mich freuen, wenn Sie, die Leserinnen und Leser, mir schon vorab schreiben könnten, welche Ansicht Sie zu Zwangseinweisungen haben oder welche Erfahrungen Sie damit haben. Mir ist es immer wichtig bei Lesungen oder auch jetzt in Talkshows nicht ausschließlich meine Meinung, sondern auch die Meinung vieler Angehöriger öffentlich zu machen. In jedem Fall lohnt sich das Zusehen und Zuhören, denn die unterschiedlichen Perspektiven zu kennen, ist immer wichtig

07__BlumeUnd noch eine Talkshow: Kölner Treff mit Bettina Böttinger am 25.10.2013 um 21:45 – 23:10

Ich freue mich, dass ich gerade zu Bettina Böttinger eingeladen wurde, um über mein Buch und hoffentlich vor allem über die Situation von Angehörigen psychisch Kranker zu sprechen. Wir wissen, dass nicht nur die Betroffenen viel zu wenig oder nicht wertschätzend in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Auch wir Angehörigen und unsere oft sehr schwere Last wird nicht gesehen. Ich finde es gut, dass jetzt öfter Gespräche und Artikel über unser Thema stattfinden. Sicher finden sie oft statt aus aktuellen und oft sehr effekthascherischen Gründen. Aber immerhin gibt uns das die Möglichkeit, manches anders dazustellen. Wir schaffen das eben nur in kleinen Schritten.

 

Bildnachweis: Istockphoto und eigene Bilder

 

 

 

 

 

 

Über Janine Berg-Peer

Seit 55 Jahren bin ich Angehörige: Meine Mutter litt an einer bipolaren Erkrankung und meine Tochter erkrankte vor 18 Jahren an Schizophrenie, heute sprechen die Ärzte von einer schizo-affektiven Erkrankung. Beide hatten und haben mehr gute Zeiten als schlechte, selten sind Menschen mit Krisengefährdung immer krank. Ich möchte Angehörige unterstützen, ihnen aus meinen Erfahrungen berichten und sie beraten. Ich freue mich trotz allem immer noch am Leben, lese viel und schreibe an meinem nächsten Buch, zusammen mit meiner Tochter! Ich liebe Bücher, Kartäuserkater, Rosen, Opern und Countertenöre, Filme, vor allem koreanische, japanische und chinesische, kann nicht Fahrradfahren. Ich wäre gern Léa Linster.

3 Kommentare

  1. Guten Tag
    Nachdem ich heute, 29.09.2013, die Talkshow gesehen habe, ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen auch kurz ein wenig meiner Geschichte mit meiner an Schizophrenie erkrankten Tochter mitzuteilen. Wir als Eltern (mein Mann ist während einer psychotischen Phase unseres Kindes verstorben) sind überfordert gewesen mit der Diagnose und standen hilflos und verzweifelt einer völlig neuen Realität gegenüber. Wir waren teilweise entsetzt, wie man mit unserer Tochter umging (auf der Wache wurde sie von Polizeibeamten geschlagen u. in der 1.Klinik falsch behandelt…). Wir hatten das Gefühl, auch als Eltern entmündigt worden zu sein und später sind gravierende Fehlentscheidungen seitens der Krankenkasse und Betreuer getroffen worden. Ich hätte mich viel mehr einsetzen müssen, hatte aber keinerlei Unterstützung und konnte meiner Tochter außer meiner Liebe damals nicht mehr anbieten. 2005 hat sich mein Kind das Leben genommen und ich werde das Gefühl nicht mehr los, nicht genügend für sie getan zu haben. Ich wünsche mir so oft, sie hätte auch an eine Genesung oder zumindest an eine Verbesserung glauben können. Mich plagt eine „Überlebensschuld“ und ich hoffe, durch ihr Buch ein wenig Trost und Antworten zu finden.
    Liebe Grüße

  2. Ich kann mir vorstellen, wie schwer es ist, mit diesen verstörenden Verhaltensweisen umzugehen. Sie müssen aber auch für sich sorgen und Sie müssen auch nciht alles ertragen. Mir hat es imemr gut getan, mir Rat beim Verband der Angehörigen zu holen, da können Sie gute Tipps bekommen und treffen auf Menschen, die das, was Sie mitmachen, sehr gut kennen. Vielleicht wäre das eine Hilfe?

    Ihnen alles Gute und herzliche Grüße

    Janine Berg-Peer

    1. Ich wünsche Ihnen viel Kraft. Viele Grüße

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